NA:DI:A - Die von den Knochen

Nur dänische Version

Eine Träne vergießen.

 

Aus der Träne entsteht Bewegung – der rohe Nerv der Liebe tastet sich durch die Dunkelheit zu ihr vor.

Eine Träne läuft über seine Wange, er schläft.
Die Frau bemerkt sie, wird von Durst ergriffen und kriecht zu ihm, um aus seinem Auge zu trinken.

Was mag er träumen, dass eine solche Träne fließt?

Wenn die Skelettfrau an die Oberfläche kommt, bringt sie die Botschaft der Liebe mit.

Denn nur, wenn ihm alle flatternden Federn, Haken und Springmesser genommen wurden,
kann er die Skelettfrau zu sich ziehen, damit sie an seiner Seite liegt und seine Tränen trinkt.

Ihr Geist wird durch sein Weinen gerufen.

Der Eingang zur Unterwelt ist ein Wasserfall aus Tränen.

Denn solch eine Träne kann nur von einem warmherzigen Menschen gehört werden.

Ohne seine Tränen wäre sie nie mehr als ein Gerippe gewesen.
Ohne Tränen wäre er niemals erwacht.

Des Träumers Tränen fließen, wenn der zukünftige Liebende wagt zuzugeben, dass er Schmerz empfindet
und seine Wunden verbindet,

wenn er erkennt, dass er sich selbst zerstört hat,

den Glauben verloren hat,

abgeschnitten ist vom nährenden, belebenden Kreislauf.

Er weint, weil er sich einsam fĂĽhlt, plötzlich hat er Heimweh nach dem Ort…

Und nun ist der Mann auf dem Weg zur Heilung.

Er stellt seine eigene Medizin her.

Er nimmt die Aufgabe an, die anderen zu nähren.

Mit Hilfe seiner Tränen beginnt er zu erschaffen.

Es genügt nicht, zu lieben – nicht eine Last am Bein des anderen zu sein.

Es genĂĽgt nicht, eine StĂĽtze zu sein und fĂĽr alle anderen da zu sein.

Das Ziel ist es, Wissen zu erlangen.

Der einzige Weg, ein wissender Mann zu werden, ist, von der Skelettfrau unterrichtet zu werden.

Die Skelettfrau wartet auf die eine Träne, die sagt:

„Ich gebe zu, dass ich verletzt bin.“

Dieses Eingeständnis nährt – und der erste Schritt ist getan.

Wir alle haben den Fehler gemacht,
zu glauben, ein anderer Mensch könne uns heilen, unserem Leben Spannung und Sinn geben.

Es dauert lange, zu erkennen, dass das nicht so ist.

Das verletzliche Zentrum auĂźerhalb von uns zu suchen, statt in uns selbst.

Wenn ein Mann seinem eigenen Verwundbaren ins Auge sieht,
kommt die Träne von selbst.

Seine Loyalität tritt stärker und klarer hervor.

Er wird heil.

Er ist nicht mehr einsam.

Er ist nicht mehr von seinem tiefen Selbst getrennt.

Er braucht die Frau nicht mehr als Schmerzmittel.